Umkehr-Osmose
Entfernung von organischen Substanzen und Entsalzung von hoch salzhaltigen Wässern, in Kombination mit Ionenaustauschanlagen, für die Vor- und Nachbehandlung, mit vollautomatischer Qualitätsüberwachung; für Dampfkesselanlagen, Kühl- und Klimaanlagen, Pharma-, Elektronik-, Textil- und Getränkeindustrieanlagen.
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Verfahrensbeschreibung einer Wasserentsalzungsanlage nach dem Verfahren der umgekehrten Osmose (RO)
Für die Entsalzung von Wässern mit hohen Salzgehalten wird in zunehmenden Maße die UMKEHR-OSMOSE eingesetzt.
Grundlage
dieser Verfahrenstechnik ist die Tatsache,
dass sich zwei in ihrer Konzentration unterschiedliche Lösungen
aufgrund der verschiedenen osmotischen Drücke ausgleichen. Stehen
unterschiedliche Lösungen über eine einseitig durchlässige Membrane
miteinander in Verbindung, so fließt das Lösungsmittel aus der
verdünnten Lösung in die konzentrierte Lösung.
Die
Geschwindigkeit dieser natürlichen Diffusion, OSMOSE genannt, hängt von
dem in der konzentrierten Lösung vorhandenem Druck ab. Wird der Druck
in der konzentrierten Lösung durch äußere Einwirkung verstärkt und der
osmotische Druck vergrößert, so kehrt sich die Fließrichtung um.
Aus
der konzentrierten Lösung diffundiert Wasser in die verdünnte Lösung,
wobei die zwischen beiden Lösungen befindliche semipermeable Membrane
die Salze zurückhält.
Von der Art und Beschaffenheit dieser
Membrane und vom Gegendruck hängt es ab, wieviele und welche im Wasser
gelösten Ionen mit dem Lösungsmittel die Membrane passieren. Dieser
Vorgang wird umgekehrte OSMOSE genannt (RO = reverse
osmose) und ermöglicht die Entsalzung von Lösungen und bietet somit
eine Alternative zur Entsalzung mit
Ionen-Austauschern.
Wesentlicher Bestandteil der
UMKEHR-OSMOSE-ANLAGE ist die halbdurchlässige Membrane (semipermeabel),
die bei steigendem Gegendruck möglichst nur für Wasser und Ionen mit
niedrigem Molekulargewicht durchlässig ist.
Membranen dieser Art sind aus Zellulose-Acetat oder Polyamid-Fasern
hergestellt. Sie werden als Röhrenmodule oder als Kompaktmodule eingesetzt.
Voraussetzung
für das optimale Funktionieren aller eingesetzten Membranen ist eine
gewissenhafte Vorbehandlung des zu entsalzenden Wassers
(Speisewasser=feedwater), wobei darauf zu achten ist, dass die Summe
der Festteilchen im Speisewasser kleiner ist als 4 SDI
(Silt Density Index). Härteausfällungen auf den Membranen sind ebenso
zu vermeiden wie
Gipsabscheidungen durch einen hohen Gehalt von Kalziumsulfat.
Das
Speisewasser muß keimfrei sein und darf keinen
Chlorüberschuss enthalten. Auch die Einhaltung der
Speisewassertemperatur ist zu beachten, da hiervon die Effektivität der
Membranen abhängt.
Das Speisewasser wird nach analysenbedingter Vorbehandlung vor dem Eintritt in die Anlage in einem Kerzenfilter
feinstfiltriert, wodurch Festteilchen bis 5 micron zurückgehalten werden.
Anschließend
fließt das Wasser einer Druckerhöhungspumpe zu. Durch diese Pumpe wird
das Speisewasser auf den Arbeitsdruck der Membranen erhöht und
durchströmt die einzelnen Membranen, die in Druckrohren untergebracht
sind.
Durch sinnvolle Anordnung der Druckrohre in
Hintereinander- und Parallelschaltung, und nach Salzgehalt im
Speisewasser, wird eine Reinwasserausbeute
(Permeatausbeute) zwischen 50 und 80% erreicht.
Die in die Kanalisation abfließende Konzentratmenge
beträgt dann zwischen 50 und 20%.
Der Salzgehalt im abfließenden Konzentrat ist 2 ... 4-fach höher als im Speisewasser.
Das
die RO-Anlage verlassende, entsalzte Wasser
(Permeat) enthält je nach Rohwasseranalyse eine größere Menge an
freier, aggressiver Kohlensäure, die je nach Verwendung des Permeates
zu entfernen ist.
Bei einwandfrei vorbehandeltem Speisewasser ist der Betrieb einer RO-Anlage problemlos.
Zur
regelmäßigen Wartung einer RO-Anlage gehört die Spülung der Membranen
und die chemische Reinigung der Membranen bei merkbarem
Leistungsabfall, sowie eine Konservierung und Entkeimung bei längerem
Stillstand der Anlage.
Genaue Instruktionen hierüber enthält die zu jeder Anlage gehörende Bedienungsanleitung.
Für
die betriebliche Überwachung der automatisch arbeitenden Anlage gehört
eine Leitfähigkeits-Meßgerät und -wenn erforderlich- ein
pH-Meßgerät.
Mit dem Wert der Leitfähigkeit wird die Permeat-Qualität überwacht.
Alle
Aussagen über die Permeatqualität gelten für eine Betriebszeit nach 3
Jahren, d.h. bei Inbetriebnahme der Anlage werden die angegebenen Werte
günstiger sein.
Für alle eingesetzten Membranen geben die
Hersteller eine Garantiezeit von 3 Jahren. Danach müssen die Membranen,
je nach Leistungsausfall, ausgewechselt werden.